Projekte: Eignungsgebiet Nr. 14

Eschberg

Gemeinden: Winterthur, Seuzach, Dinhard

Die Mörsburg mit dem angrenzenden Eschberg ist ein beliebtes Erholungs- und Wandergebiet.

14 Eschberg

Das Eignungsgebiet Eschberg (Nr. 14) liegt in den Gemeinden Dinhard, Winterthur und Seuzach. Nebst diesen wäre auch das wenige 100 m entfernte Dörflein Bänk (Dägerlen) stark vom Windpark betroffen.

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Im Gebiet kauern vier kleeblattartig angeordnete Hügelchen (max. 549 m.ü.M.), von denen das höchste 100 m über Seuzach liegt. Diese Hügelchen hat die Baudirektion im Auge, um Windräder errichten zu lassen. 220 m hoch sollen sie werden; mit einem 160 m Rotordurchmesser. Eines der vier Hügelchen bliebe verschont. Welches, ist noch unklar. Die Hügelchen sind bewaldet. Auch hier also ein Windpark, der vollständig im Wald liegt und diesen entsprechend zerstört (rund 1 ha Rodungsfläche pro Turbine). Dazu kommen Erschliessungsstrassen und Stromleitungen.

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Wie an vielen Orten im Kanton Zürich dominiert der Waldtyp «Waldmeister- Buchenwald». Tatsächlich kommen im Gebiet aber Tausende gepflanzte (standortfremde) Rottannen vor, was sich heute rächt: Der Borkenkäfer und Klimawandel machen ihm zu schaffen. Der Wald ist krank. Er steht nun in einem Gesundungsprozess hin zu einem Laubmischwald. Nicht umsonst wuchsen hier früher keine Rottannen, sondern Laubbäume.

 
Eignungsgebiet 14 Windenergie Kanton Zürich
Visualisierung der geplanten Monsterturbinen auf dem Eschberg bei der Mörsburg in Stadel

Die Überbauung mit Windturbinen könnte dem angeschlagenen Wald den Rest geben. In den Rodungsflächen brennt die Sonne auf den Boden und trocknet den Waldboden aus. Winde können besser angreifen und die Sturmschäden können steigen. Rechtfertigt das bisschen Strom aus den drei Windturbinen, dass ein seit  tausenden Jahren bestehender Wald derart beschädigt wird? Es ist ein Privileg, dass wir in der Schweiz so viel Wald haben.

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Der Bau von Windturbinen im Eignungsgebiet 14 wäre zudem ein Ersteingriff in ein weitgehend unberührtes, aber für Erholungssuchende wichtiges Schmuckstück. Vorne auf dem östlichen Grat thront die Mörsburg. Eine Vielzahl von Wanderwegen hat ihren Schnittpunkt an einem der vier Hügelchen (Egg).

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Im Gebälk der Mörsburg wohnt eine Kolonie von Turmdohlen (8. Februar 2025: 30 Vögel, Brutpaare?). Wenn am Morgen noch Nebel die Burg einhüllt, krächzen sie frech vom Dach. Wenn sich der Nebel dann verzieht und die Sonne scheint, fliegen sie plötzlich alle hoch, um zusammen in den Feldern nach Nahrung zu suchen. Am Beobachtungstag vom 8. Februar flogen alle 30 Vögel in Richtung der geplanten Windräder. Beim Durchflug durch die Rotoren der Windräder droht den Dohlen, dass sie erschlagen werden. 

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Die Turmdohle ist potenziell gefährdet (NT) und eine Prioritätsart der Artenförderung. Sie geniesst die höchste nationale Priorität (1) und die Schweiz hat die höchste Erhaltungs-Verantwortung (1). Es leben in der ganzen Schweiz nur etwa 1’300 Brutpaare. Die 30-Mörsburger-Dohlen zu vernichten, wäre ein grosser Verlust für diese Vogelart. Wir glauben auch nicht, dass dies rechtlich zulässig ist.

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Dazu kommt noch, dass die Mörsburg mit dem benachbarten Grundhof (nur einige 100 m vom ersten Turbinenstandort entfernt) ein ISOS-Schutzobjekt bildet. Es spricht damit auch ein hohes Landschaftsschutzinteresse von nationaler Bedeutung gegen den Windpark Eschberg.

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Fehlende Sachverhaltsermittlung verbietet Richtplaneintrag

Wie bei den anderen Eignungsgebieten nahm die Baudirektion auch hier keine Abklärungen vor Ort etwa zum Vorkommen von Fledermäusen, Brutvögeln oder Zugvögeln vor. Auch von der grossen Turmdohlen-Kolonie auf der Meersburg steht im Steckbrief zum Eignungsgebiet nichts. Auch zu den Windgeschwindigkeiten gibt es keine Messungen. Auch zur Beeinträchtigung des ISOS-Objekts fehlen Abklärungen. etc.

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Ohne diese Sachverhaltsermittlungen kann die nötige Interessenabwägung für den Richtplaneintrag (Art. 8 Abs. 2 Raumplanungsgesetz und Art. 10 Abs. 1ter Energiegesetz) nicht vorgenommen werden und ein Richtplaneintrag wäre von vorne herein rechtsverletzend.

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Um Hinweise zu den Vogel und Fledermausarten, die im Eignungsgebiet Nr. 14  Eschberg vorkommen, wären wir dankbar.

Turmdohle: Auf der Mörsburg wohnt eine Kolonie von 30 Dolen. Die Kolonie wäre wegen des Windparks vom Aussterben bedroht.
Ein reiches Wanderwegnetz durchzieht das Eignungsgebiet 14 Eschberg.